Als Coach ist Perspektivwechsel fester methodischer Bestandteil jeder Intervention. Perspektivwechsel ist aber auch in unserer beruflichen Praxis Teil unserer Haltung und damit der ethischen Grundlage, dessen wir uns verpflichtet fühlen.

Wenn ich mir aber manche globale Entwicklung oder Intervention anschaue, so spielt Perspektivwechsel höchstens eine untergeordnete Rolle.

Zur Zeit wird in der Bundesrepublik sehr kontrovers über Abschiebungen von Flüchtlingen nach Afghanistan und über den Einsatz der Bundeswehr in diesem Land. Die jetzt ausgesetzten Sammelabschiebungen waren der Stein des Anstoßes. Dabei lässt sich die Bundesrepublik ausschließlich von ihrer Sicht auf die Dinge leiten. Was fehlt, ist der Schritt zur Seite – der Perspektivwechsel global.

Nehmen wir das Beispiel Afghanistan! Was würde es bedeuten, wenn wir unsere Position verlassen und uns in die Situation der Afghanen oder auch durchaus unterschiedlicher Interessengruppen in Afghanistan, versetzten? Was würde das bedeuten für die Frage, was die Menschen in Afghanistan wollen und wünschen? Und was würde ein dissoziierter Dritten von der Lage halten.

Ich glaube, dass diese Sicht des Coaches auf internationale Beziehungen erhellend sein kann.